Vorbild Schweiz

In der Schweiz gibt es einen landesweiten Integralen Taktfahrplan für alle Verkehrsunternehmen und Verkehrsträger des öffentlichen Verkehrs.

Dieser Integrale Taktfahrplan wurde von den Schweizer Bürgern vor vielen Jahren als Zielsetzung beschlossen und nun von der politischen Ebene vorgegeben, natürlich in enger Zusammenarbeit mit den vielen Schweizer Bahnunternehmen.

In den 70er Jahren gab es in der Schweiz den Vorschlag, die Attraktivität des Bahnnetzes durch massive Investitionen in eine Hochgeschwindigkeitsachse im Ost-West-Verkehr zu stärken. Die Abstimmung über dieses Projekt fiel negativ aus, das Projekt wurde im basisdemokratischen Prozess abgelehnt. 

Daraufhin erinnerte sich man der Idee, die eine Gruppe von jungen Eisenbahnfachleuten entwickelt hatte: Einrichtung eines landesweiten Integralen Taktfahrplans, Ermöglichung aller wichtigen Anschlüsse durch gezielte Investitionen in das Netz und in die Knoten. 

Dieses Konzept wurde verfeinert ausgearbeitet, als „Bahn 2000“ den Schweizern erneut vorgelegt und angenommen wurde. Der Hauptvorteil gegenüber dem verworfenen Konzept einer Hochgeschwindigkeitsachse war, dass alle Regionen davon profitieren und ein Gesamtsystem des Verkehrs entstehen kann. 

Mit enthalten in dem Konzept war die Berücksichtigung des Güterverkehrs: In wichtigen Achsen wurden die notwendigen Trassen für den Güterverkehr quasi ebenfalls im Takt mit eingeplant. 

Seit 2005 fahren die Züge in der Schweiz nach dem 1982 beschlossenen Konzept. In mehr als 20 Jahren wurden gezielt Investitionen in viele Engpässe, Knoten und Bahnhöfe, in zusätzliche zweite und dritte Gleise sowie in einige wichtige Neubaustreckenabschnitte vorgenommen. So konnte ein integriertes Gesamtkonzept verwirklicht werden. 

Die Kunden und Kundinnen danken es: Das Halbtax-Abo, das Schweizer Pendant zur BahnCard, ist siebenfach mehr verbreitet als die BahnCard. Die Menschen in der Schweiz danken es und sind Europameister im Bahnfahren. 

Und der Güterverkehr? Nimmt stetig zu, im Wettbewerb fahren eine Vielzahl von Verkehrsunternehmen Güter auf den Nord-Süd-Achsen von den Niederlanden und Deutschland nach Norditalien. Für Güterbahnen bietet die Schweiz mit ihrer Bahninfrastruktur ein bemerkenswert gut zugängliches und gut vermarktetes Netz, Trassenzusagen sind dank der quasi vertakteten Güterverkehrstrassen quer durchs Land binnen kürzester Frist und bemerkenswert diskriminierungsfrei zu bekommen.

 
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